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Besuchen Sie auch die folgenden Galerien und Erklärungen zum Erholungspark Marzahn:     

Zur Vorgeschichte der Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn

Im ‚Buch zum Fest‘, was anlässlich der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Bestehen der Stadt Berlin 1987 herausgegeben wurde, findet man zum 09. Mai folgende Einträge:

  • ‚Aus allen Stadtteilen der Hauptstadt steigen insgesamt 120.000 Sporttauben zu einem Friedensflug in alle Teile der Republik auf‘...

  • ...die 750-jährige Stadt ist zudem auch Gastgeber für das Rundstreckenrennen der 40. Internationalen Friedensfahrt Berlin – Prag – Warschau...

  • ...das ‚Theater an der Wien‘ gastiert mit dem Musical ‚Cats‘ im Metropoltheater...

Man muss sehr lange und intensiv suchen, ehe man dann auch endlich folgenden Artikel findet:

Berliner Gartenschau (vom 20.April bis 25.Oktober):

‚Die ‚Berliner Gartenschau‘ wird als erste Ausbaustufe des neuen Naherholungsparks Marzahn anläßlich der 750-Jahr-Feier eröffnet. Sie steht den Besuchern von April bis Oktober offen. Auf zunächst 21 Hektar Freigelände nahe der Wohngebiete Marzahn, Hellersdorf, Ahrensfelde und Kaulsdorf-Nord laden Plastiken, ein Blumentheater, ein Streichelzoo mit einheimischen Haustieren, gastronomische Einrichtungen und Ausstellungshallen zur Erholung und Information ein.’

Warum die Gartenschau letztlich dann doch erst am 09. Mai von der Politikprominenz Ostberlins eröffnet wurde, ließ sich trotz intensivster Recherchen und Befragungen von Zeitzeugen nicht mehr eindeutig feststellen. Von damals bis heute erhalten geblieben sind, neben dem Blumentheater, das 1987 nach dem Vorbild des Blumentheaters in Wörlitz entstand, und einem Naturlehrpfad auch der Rhododendronhain mit den Märchenfiguren von Hans Christian Andersen und den Gebrüder Grimm sowie die zwischen Blumen und Pflanzen plätschernden Spring- und Sprudelbrunnen. Was die damals zur Eröffnung sich im Park drängelnden rund 22.000 Menschen heute nicht mehr sehen können, sind, nachdem 1991 die Grün Berlin und Garten GmbH die Anlage übernahm, neben dem Streichelzoo auch ein Ausstellungszelt mit tanzenden Wassersäulen, sowie die Promenadenräder (Spezialfahrräder mit mehreren Sitzen), mit denen ganze Familien durch das Gelände radeln konnten.

Wie zu erfahren war, sollte das Areal des Parks später etwa auf das Doppelte der Fläche erweitert werden. Dieser Plan wurde aber ebenso wenig verwirklicht, wie der ursprünglich angedachte Bau eines Freibades und einiger Sportstätten. Die schon bei den ersten Planungen für den Marzahner Park vorhandenen Ideen, dort später Gärten osteuropäischer Partnerstädte zu errichten (angedacht war ein ungarischer, ein rumänischer, ein polnischer und ein russischer Garten), von denen noch heute die ungarischen Silberlinden an der damaligen Otto-Buchwitz-Str. zeugen, wurden dann, bedingt durch die ‚Wende’ endgültig ad acta gelegt.

Nach dem Fall der Mauer wurde das Areal dann in ‚Erholungspark Marzahn’ umgenannt und gärtnerisch überarbeitet, doch nahmen die Berliner und ihre Gäste insgesamt kaum Notiz davon. Das änderte sich dann erst im Jahr 2000 mit der Eröffnung des 2,7 Hektar großen ‚Garten des wiedergewonnenen Mondes’, des noch heute größten chinesischen Garten Europas, der als Ergebnis des Vertrages einer Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Peking 1994 entstand. Mit der damit verbundenen Geburtsstunde der ‚Gärten der Welt’ endet dann wohl auch die Vorgeschichte, die nicht nur die Entwicklung einer Parkanlage beschreibt, sondern auch ein Stück Berliner Geschichte.

…aber blicken wir abschließend noch einmal kurz zurück:

Im offiziellen ‚750 Jahre Berlin’ – Buch ‚Stadt der Gegenwart’, was damals im Westteil der Stadt verlegt wurde, findet man diesbezüglich nur einen Verweis auf den ‚Marzahner Frühling’ vom 15. – 17. Mai…



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